Intro
Nachdem mir der große Meister (siehe Bericht Kizilagac/Türkei 2012) persönlich Talent bescheinigt hat (zum Schreiben, nicht zum Laufen), habe ich mich entschlossen auch einmal über den Trainingsurlaub im Harz zu berichten.

Die Gruppe
Zweigeteilt:
Circa 60% Wiederholungstäter (das sind die, die wussten, wie sie Peter umgehen müssen). Der Rest Neulinge (das sind die, die noch nicht wussten wie Peter mit ihnen umgehen würde). Die Motivation war (im Gegensatz zur Türkei) fast bei allen Teilnehmern die direkte Vorbereitung auf einen der Herbstmarathons. Deshalb habe auch ich mich wieder in die Fänge von Greifer Schleif begeben.

Umgebung
Die Ortschaft Wolfshagen war für diesen Zweck ideal geeignet. Es gab aber auch wirklich gar nichts, das einen vom großen Marathonziel ablenken konnte. Wer gewollt hätte, hätte auch Ausflüge nach Goslar oder Wernigerode machen, oder die Bergwerksmuseen im nahe gelegenen Lautenthal oder in Rammelsberg besuchen können. Die meisten Teilnehmer (so auch ich) verschwendeten stattdessen ihre Zeit und ihr Geld in einem kleinen Sportgeschäft in Seesen.

Hotel (3 Sterne)
Wahnsinn: trotz erneuter Reduzierung des Preis-Leistungsverhältnisses im Vergleich zu den Vorjahren immer noch das erste Haus in der Kreuzallee, wenn nicht gar in ganz Wolfshagen. Im Großen und Ganzen war ich gerade noch zufrieden, bei dem gebotenen Preis- Leistungsverhältnis hätte ich aber einen Stern weniger erwartet. Hätte nicht der Besitzer eines kleinen Sportgeschäftes aus Seesen das Frühstück mit seinem Sportlermüsli aufgepeppt, wäre meine Kritik jetzt nicht so wohlwollend ausgefallen.

Die Laufstrecken

Die Morgenlaufstrecke: sehr schön, viel Wald, gut konfigurierbar, Varianten zwischen 4 und 10 km möglich. Bei einigen Steigungen habe ich mich allerdings gefragt, wie man dabei im regenerativen Bereich bleiben kann.

Die Abendlaufstrecke: Als Rundstrecke 23 km, als Wendestrecke in beliebiger Länge benutzbar. Moderate Steigungen auf Schotter, bzw. Asphalt durch Wald, als Belohnung gab es dann einen tollen Ausblick auf die Granetalsperre.

Die Tempostrecke: Teil einer ehemaligen Bahntrasse, entlang der Innerstetalsperre. Ideal, sehr flach, geteert, mit Brom- und Himbeersträuchern am Wegesrand.

Langer Lauf: Start: bei einem kleinen Sportgeschäft in Seesen. Danach 35 km bergauf, bergab durch die Harzer Wälder. Anstatt Endbeschleunigung ab km 24 eine 4,5 km lange Steigung mit ca. 350 m Höhenunterschied. Vielleicht an der einen oder anderen Stelle ein Wegweiser zu wenig. Ziel: bei einem kleinen Sportgeschäft in Seesen.

Das Programm
Das Trainingsprogramm war wieder hammerhart. Morgens ein regenerativer Lauf, abends wechselweise ein langer extensiver Lauf, bzw. eine Tempoeinheit. Wer schon gehofft hatte, Peter sei an Altersmilde erkrankt, den hat er schnell eines Besseren belehrt, indem er 2 Einheiten mit je 4x2 km Tempobergläufe mit Trabpause in das Programm einbaute. Auch beim Nostradamuslauf (10 km Rennen ohne Uhr, mit Vorhersage der Zeit) hatte er kein Einsehen und schickte uns bei 31 Grad Celsius auf die Piste. Viele haben deshalb ihre Zeit völlig falsch (zu schnell) vorhergesagt.

Morgengymnastik:
Im Gegensatz zur Türkei gab es morgens leider gottseidank kein Athletiktraining sondern eine moderate Aufwärmgymnastik vorgeturnt von Robert Jäkel. Robert betreute auch sonst die Gruppe in bewährter Weise und hat sich dabei auch nicht durch seine neue Partnerin Claudia (kennengelernt beim Greif – Lauf- und Kuppelreisen in der Türkei) ablenken lassen, obwohl sie laut Peter für eine schnelle Läuferin über ganz hervorragende Eigenschaften verfügt. Das kann man durchaus wörtlich nehmen.

10 km Tempolauf ohne Uhr:
Höhepunkt war der Veitstanz vom Meister, als 2 Teilnehmerinnen nach 5 km trinken, bzw. nach 10 km Händchen haltend ins Ziel einlaufen wollten. Ja, da war er wieder unser alter Peter, wie wir ihn von früher her liebten, schätzten und verfluchten. Nicht auszudenken, wenn er die Ladies unterwegs auch noch beim Beerenpflücken ertappt hätte. Vermutlich erfährt er darüber erst durch diesen Bericht. Ansonsten hat sich wieder bestätigt, dass die Schnellsten (Lukas und Robert) ihre Zeiten am besten einschätzen konnten.

Staffellauf:
Die Beerenpflückerinnen verzichteten auf alle Eskapaden und führten ihre Staffeln auf Rang 1 bzw. Rang 3 obwohl sie Lukas und Robert in ihren Teams hatten.

Langer Lauf:
Länge: Eigentlich 35 km, für einige Teilnehmer allerdings 42 km. Das kam so: An einer Stelle mit dem schönen Namen Schnapsplatz übernahm ein gewisser Willi S. die Führung der Gruppe. Der Rest der Gruppe folgte vertrauensvoll gemäß dem Motto, wo ein Willi, da ein Weg. Vermutlich durch den Namen Schnapsplatz angetörnt nahm Willi jedoch eine falsche Abzweigung. Zum Trost für Willi S.: Eine Woche später passierte einem gewissen Peter G. ein ähnliches Missgeschick, Gottseidank mit geringerer Auswirkung. Der Schreiber dieser Zeilen musste nur 1,5 km zusätzlich absolvieren. Lösungsvorschlag: Den Harz flächendeckend mit Wegweisern zu dem kleinen Sportgeschäft in Seesen ausstatten, das würde auch den Umsatz steigern.

Vorträge:

Wie laufe ich erfolgreich Marathon Teil 1
Bei diesem Vortrag war der Meister in seinem ureigenen Element. Informativ, auf neuestem Erkenntnisstand, mit Anekdoten gespickt, bekamen wir die unmittelbare Vorbereitung (zwei Wochen) auf einen Marathon nahegebracht.

Wie laufe ich erfolgreich Marathon Teil 2
Aufgrund einer völlig unerwarteten Terminverschiebung des Vortrags und eines von mir schon gebuchten Massagetermins, hatte ich die Wahl zwischen der sachkundiger Information des Meisters und den sachkundigen Händen einer hübschen Physiotherapeutin. Muss ich es noch sagen? Die Therapeutin hat gewonnen. So werde ich wahrscheinlich meinen Berlin-Marathon wieder in den Sand setzen.

Die anderen Vorträge:
Willkommen bei den Greif Kaffee- und Butterfahrten. "Kaufen Sie, dann laufen Sie." Unter diesem Motto standen die restlichen 3 Vorträge. Die vorgestellten Produkte wurden teils hitzig diskutiert. Eigenartigerweise waren dann die größten Kritiker die besten Kunden. Ja, ja, auch ich wurde bei einem der beworbenen Produkte, deren Namen ich jetzt nicht nennen mag, schwach.

Videoaufnahmen:
Peter hatte mit einem Spezialisten für Superzeitlupenaufnahmen einen Termin vereinbart. Nach einem völlig unerwarteten Organisationschaos (mehrfache Verschiebung von Zeitpunkt bzw. Ort) waren die Aufnahmen endlich im Kasten. Bei einem kurzfristig eingeschobenen Vortrag, bekamen wir dann als Entschädigung unsere Laufstile unter die Nase gerieben, mitsamt Verbesserungsvorschlägen für die Abstellung der gravierendsten Fehler.

Fazit: Wieder nette Leute kennengelernt, alte Läuferfreundschaften aufgefrischt, mich völlig verausgabt (konditionell und finanziell ;-), und juhu: 1 kg abgenommen.

P.S.: Wussten Sie schon, dass Peter Greif außer einem Internetshop auch ein kleinesn Sportgeschäft in Seesen betreibt?

Intro
Nachdem sich auf Peter Greifs’ (des Weitern nur Peter oder großer Meister genannt) Appell niemand gemeldet hat beiße ich in den sauren Apfel und rühr ein bisschen die Werbetrommel in Form eines subversiven, pardon, subjektiven Berichtes. Und das, obwohl ich zum Schreiben genauso viel Talent habe wie zum Laufen (Marathon Bestzeit 4:18:24 vor gefühlten hundert Jahren).

Vorab etwas über mich: Ich betrachte mich als ambitionierten Hobbyläufer, der immer etwas schlechtüber den Winter kommt. Dementsprechend bin ich wieder mit ein zwei Kilo zuviel dem Ruf des großen Meisters gefolgt um mir in der Türkei den Kick für die restliche Saison zu holen.

Die Gruppe
Bunt zusammengewürfelt, Schnelle (zu viele), Langsame (zu wenig), Alte (zu viele), Junge (zuwenig), Männlein (zu viele), Weiblein (zu wenig), Österreicher, Schweizer, Franzosen, Polen, Südtirolerinnen, Schwaben, Hessen, Franken, Sachsen, Bayern, Preußen und auch ein paar Deutsche. Die Motivation reichte von Marathonvorbereitung bis zum Sonnetanken am Pool (vorwiegend Begleitpersonen von Läufern). Es gab auch Rekonvaleszenten, die nach Verletzungen wieder in Form kommen wollten.

Das Hotel
Ich war sehr zufrieden, großes Zimmer, freundliches Personal, das aber an den letzen 3 Tagen, als der Osteransturm kam etwas überfordert war.

Die Laufstrecken

Die Tempolaufstrecke (fast eben, einige Schlaglöcher):
Gut, vor allem ein dort beheimateter Hund sorgte bei einigen Teilnehmern für sensationelle Bestzeiten. Im Vergleich zu den Jahren davor durften wir uns nicht wieder 4 km warmlaufen bis wir am Start waren, sondern wir wurden mit dem Bus gefahren.

Die Abendstrecke (Straße ohne Bürgersteig):
Vermutlich auch gut, besonders nach Kilometer 6. Weiter bin ich nie gekommen, da mir als Aufbautraining 12-13 km schon reichten. Hat trotzdem Spaß gemacht, die Kinder in dem Dorf, das wir passierten waren sehr kommunikativ. Die Jugendlichen auf den Mofas ebenfalls, die sich mit angetäuschten Kontaktversuchen belustigten.

Die Morgenlaufstrecke:
Kam mir sehr entgegen, besonders in Form einer Baustelle. Ich hatte mir nämlich vorgenommen immer bis Baustelle zu laufen, und siehe da, der Morgenlauf wurde jeden Tag kürzer.

Zu Peters Ehrenrettung muss ich aber noch erwähnen, dass die Strecken, die er sich Im Vorfeld ausgesucht hatte wegen einer gesperrten Brücke nicht erreichbar waren.

Das Programm
Ich möchte hier nur ein paar Highlights schildern:

10 km Lauf:
Wahnsinn, ich wurde nicht Letzter, 3 waren noch hinter mir. In der Nostradamus-Kategorie wurde ich sogar Sechster. Zur Erklärung: Man musste die Zeit, die man laufen würde vorhersehen. Gelaufen wurde dann ohne Uhr. Sieger wurde derjenige, der der Vorhersehung am nächsten kam.

Staffelwettbewerb:
Die Staffelwahl trieb Peter wie fast jedes Mal in den Wahnsinn. Dabei ist es so einfach. Eine Staffel besteht aus 3 Teilnehmern. Der Langsamste des 10 km Laufes hat die erste Wahl (nimmt sich natürlich den Schnellsten), der 2. Langsamste die 2. Wahl usw. Jedes Staffelmitglied muss 3 mal 2000 m laufen. Habe mir schon überlegt bei der Wahl nicht die Schnellsten sondern die Langsamsten zu wählen um zwischen meinen Einsätzen etwas mehr Pause zu haben, aber Peters Nervenkostüm zuliebe habe ich doch darauf verzichtet.

Langer Lauf nach Beskonak:
Den Ablauf kann man im Bericht Side-Sorgun Türkei 2008 von Reinhold Schneider nachlesen. Da ich für 35 km noch nicht fit war, nahm ich nach km 20 einen der beiden Begleitbusse. Eigentlich wollte ich es dabei bewenden lassen, aber 2 rehbraune Augen überredeten mich die letzen 5 km wieder zu laufen. Beim 2. Lauf nach Beskonak war es ähnlich, nur die Augenfarbe war anders.

Koordinationsübungen:
Vor dem Morgenlauf gab es immer eine Einheit mit Koordinations- und Athletikübungen. Carsten und Robert brachten uns da immer ganz schön auf Trab.

Vorträge:
Begleitet wurde das Trainingsprogramm durch Vorträge zu den Themen Ernährung (von Dr. Wolfgang Feil), Athletik (von Carsten Olaf Müller) und Marathontaktik (vom großen Meister persönlich). Soweit ich mitbekommen habe gibt es besonders im Bereich Ernährung einiges Neues und Interessantes. Ich möchte an dieser Stelle dem Vortragenden versichern, dass ein gewisser Durchhänger meinerseits nicht am Thema oder der Vortragsweise lag, sondern dem Baraufenthalt des Vorabends geschuldet war.

Körperfettmessung:
Gegen Ende des Urlaubs kam Robert wieder mit der großen Messzange. Anhand von Messungen am Oberarm, Rücken und Bauch und einer obskuren Tabelle bekommt man dann mitgeteilt wie viel man abnehmen sollte.

Hilfe !!!

Die anfangs geschätzten 1 bis 2 Kilo waren doch zu optimistisch. Das wahre katastrophale Ergebnis der Messung sei hier verschwiegen.

Essen:
Anscheinend ist vom Vortrag von Wolfgang doch einiges in mein Unterbewusstsein vorgedrungen. Plötzlich fing ich an das von mir so geliebte, aber nach neuen Erkenntnissen so ungesunde Hühnchenfleisch durch andere, bisher als ungesund geltende Speisen zu ersetzen. Eigenartigerweise wurde mein Essen seit dem Vortrag auch sehr von Zimt und Chili dominiert. Hat Wolfgang etwa über die positiven Wirkungen der beiden Gewürze erzählt? Wie dem auch sei: an den nicht wenigen Tagen, an denen die Zimt und Chilivorräte in den Gewürzständern zu Ende waren, kam ich wieder in den Genuss der unverfälschten Küche. Und siehe da: es schmeckte mir, vielleicht etwas zu gut. Die Folge davon: siehe Kapitel Körperfettmessung. Auch die Vielfalt war zufriedenstellend. Klar nach 2 Wochen hat man schon alles mal durchprobiert und der Hamburger sehnt sich wieder nach seinem Labskaus (ich vermeide jetzt bewusst das Klischee Bayern und Schweinshaxe). Es blieben auch noch die sogenannten Themenrestaurants zur Auswahl. Ich habe nur das türkische probiert. In der Gruppe, die dabei war gingen die Meinungen weit auseinander. Aus Berichten von Leuten, die auch das asiatische Restaurant besuchten, schloss ich, dass nur deutsche Chinesen wirklich gut chinesisch kochen können.

Freizeit:
Natürlich war man nicht gezwungen an allen Veranstaltungen teilzunehmen. Es gibt (Peter möge mir verzeihen) auch ein Leben außerhalb des Laufens. Dazu gehört z. B. der Markt in Manavgat. Wenn man sich von den teils lästig aufdringlichen Verkäufern erholen will setzt man sich einfach in eine Bar am Flussufer und genießt das Leben mit Freunden/innen bei einem frisch gepressten Orangensaft oder einem türkischen Mokka. Ganz Mutige lassen sich in einem der vielen Kuaförläden die Kopfhaare schneiden und die Nasenhaare ausbrennen.

Eine tolle Atmosphäre herrschte auch in Alanya in einem Strassencafe bei strömendem Regen unter einer Markise mit Blick auf Hafen und einem Wolkenloch, das immer größer wurde und das Ende der Sintflut verkündete. Ein Besuch in Alanya lohnt sich übrigens alleine schon wegen der Aussicht von der Burg (das hatte ich zumindest den Mitfahrern versprochen). Allerdings war die Straße zur Burg wegen einer Baustelle gesperrt.

Empfehlen kann ich ebenfalls einen Besuch in einem Hamam (türkisches Bad), allerdings nicht an Tagen mit Tempoläufen.

Fazit
Ich habe meinen Kick für die Laufsaison bekommen, liebe Bekannte aus den Vorjahren wiedergetroffen und neue sehr nette Leute kennengelernt. Sogar meinen persönlichen Holger Meier (eine Kunstfigur von Peter anhand der er gerne falsches Trainingsverhalten und Wettkampfverhalten erklärt) habe ich kennengelernt ;-)

Als langsamer Läufer finde ich es auch immer wieder toll auch von den Schnellen akzeptiert und angefeuert zu werden.

So das war’s. Wer jetzt noch keine Lust auf einen Laufurlaub hat kann sich ja noch die 767 Bilder der Fotogallerie anschauen.

Monika wollte schon länger mal wieder in die Türkei. Da ich Greifnewsletterempfänger bin, ist mir das Angebot eines Trainingsurlaubes für diese Frühjahr aufgefallen. Da es terminlich passte, haben wir Ende Januar kurz vor Annahmeschluss gebucht. Monika mit der Hoffnung auf ein paar warme Sonnenstrahlen und ich auf ein erweitertes Hotelanimationsprogramm??

10 Tage vor Reiseantritt kamen die Reiseunterlagen. Ohje, auf was habe ich mich da eingelassen? Doch der Reihe nach.

Abflug Samstagabend. Ankunft im Hotel halb 4 Uhr Sonntagmorgen. Auf 7:00 Uhr den Wecker gestellt. Es regnet, also weiterschlafen.

Sonntagabend die erste Trainingseinheit. Wir treffen uns vor dem Hotel und traben alle gemeinsam ca. 2km zur Temporennstrecke. Hier werden alle zeitrelevanten Läufe durchgeführt, erfahre ich später. 3x 3000 m ist angesagt. Ein breiter Bürgersteig an einer wenig befahrenen Straße. 1,5km Wendepunkt. Nach dem ersten Einlauf teilt Peter Greif 6 Gruppen in der Reihenfolge des Zieleinlaufes ein.

In den zwei Wochen verhalten sich die Gruppen ähnlich unserer Lauftreffgruppen. Alle laufen ca. die gleiche Zeit, nur unterschiedliche Entfernungen. Ich werde der Gruppe 5 von 6 Gruppen zugewiesen. Hier bin ich fast der Leistungsschwächste, was sich auch später bewahrheiten wird.

Zum Leistungsniveau der Laufkursteilnehmer ist zu sagen, dass es ungefähr unserem Sonntagsläuferschnitt entspricht, allerdings mit einer überschießenden Spitze. Das heißt, das noch viele Marathonis dabei waren, die Zeiten unter 3 Std. laufen.

Montagmorgen war Gymnastik unter der Anleitung von Sylvia Renz. Eine Laufgazelle ähnlich unserer Iris Biba. Sie konnte verletzungsbedingt zweimal nicht an Olympia teilnehmen, aber ehemaliges internationales Niveau. Verdient heute Ihre Brötchen mit Physiotherapie und massiert verdammt gut.

Montagmorgen erster regenerativer Lauf. Montagabend erster extensiver Lauf.

Die Laufstrecken für meine Gruppe gingen vom Hotel um einen kleinen See und wieder zurück. Abends noch mit einem kleinen Schlenker zum Strand. So kommen morgens die 7,5 km und abends die 13 km zustande. Morgens halt in einem etwas langsameren Tempo. Gymnastik wechselte sich mit Stabi- und Dehnungsübungen ab. Vor Tempoläufen waren keine Übungen. Die Tage wechselten sich abends immer mit Tempoeinheiten und extensiven Erholungsläufen ab. Morgens war immer regenerativer Erholungslauf.

Am dritten Tag war 10km Tempolauf mit einer interessanten Variante. Gewinner war nicht der schnellste, sondern der, der seine vorhergesagte Zeit am nahesten kam. Wir mussten alle unsere Uhren abgeben und so ohne Instrumente und Pulsmesser orientierungslos durch die Gegend irren. Ich lag 2 Minuten 14 Sek. daneben. Der Sieger hatte seine vorhergesagte Zeit um 2 Sek verfehlt, der zweitplazierte lag um 4 Sek. daneben. Als Einsatz hatte wir alle 3 € gezahlt, die der Sieger erhielt. Dafür durfte er (einer Tradition folgend) die Getränke im Ziel des ersten Taurusgebirgslaufes über 35 km übernehmen.

Am Mittwoch wieder regenerativer Lauf morgens und extensiver Lauf abends. Am Donnerstag nun wieder absolutes Neuland für mich (80% der Teilnehmer sind Wiederholungstäter und wissen, was auf Sie zukommt). Zwei Busse wurden von Peter Greif gechartert, mit denen wir ins Hinterland fuhren. In Tasagil geht's los. Alle 15 Minuten wird eine Gruppe gestartet. Die Gruppe 6 zuerst. Die Renngazellen der Gruppe 1 somit 1,25 Std. später. Somit ist gewährleistet dass alle ungefähr zur gleiche Zeit im Ziel in Beskonak nach 35 km ankommen.

Das Ziel ist eine Terrasse an einem schönen türkisfarbenen Gebirgsfluß. Hier gibt´s Forelle in Weinblätter oder Hühnchen. Die beiden Busse fahren jeweils am Wechsel an die Versorgungsstellen alle 5 km. Also Bus 1 zu Stecken km 5, 15 und 25. Bus 2 an Stecken km 10, 20 und 30. Dort werden die Getränkeflaschen bereitgehalten und jeder Läufer hat die Möglichkeit auszusteigen oder 10 km mit dem Bus mitzufahren. Fast alle entscheiden sich für die 35 km zu Fuß.

Ich auf Anraten eines erfahrenen Greifteilnehmers nehme von vorhinein die 25 km in Angriff. Nur, an diesem Tag ist beschissenes Wetter. Die erste Gruppe muss den Bus verlassen, als gerade ein Wolkenbruch herniederprasselt. Aber Läufer sind ja halt im Nehmen. Ich laufe mit der Gruppe 5 eine Viertelstunde später los. Auch bei uns gießt es, wie auch fast während des ganzen Laufes in Strömen.

Ich halte als Leistungsschwächster mit den 6 anderen Läufern (auch 2 Frauen) ganz gut mit steige aber bei km 25 aus. Tretschnass bis auf die Haut ziehe ich mich im Bus um und schlüpfe in trockene Klamotten. Monika hilft bei der Streckenversorgung der nassen Straßenrenner. Die oberen Gruppen veranstalten hier auch übrigens (ähnlich wie bei uns) Ihre kleinen Untereinanderkämpfchen.

Nun geschafft und am nächsten Tag wieder regenerativ und extensiv. Bin aber mittlerweile ganz schon kaputt. Merke ich am Samstag bei der Treppe. Die vorletzte Stufe bringt mich an den Rand der Erschöpfung und die letzte Stufe (2500m) lasse ich aus.

Sonntag hat Monika Geburtstag und ich gönne mir einen Tag Ruhepause. Wir frühstücken an einem vom Hotel geschmückten Geburtstagstisch und machen uns einen schönen Tag in Side.

Am Montag wieder morgens regenerativ und abends die Staffel. Die Staffel wurde folgendermaßen eingeteilt. Der bei den 10 km langsamste durfte zuerst wählen und nahm natürlich den schnellsten Läufer, der zweitlangsamste den zweitschnellsten usw. Es waren 15 Staffeln. Nachdem alle 15 langsamsten die 15 schnellsten als Partner gewählt hatten, wurde der dritte Staffelläufer nach dem gleichen Prinzip dazu gewählt. So waren 15 relativ gleichmäßig besetzte Staffeln zusammengestellt. Es ging wieder um 3€ Startgeld, das die Gewinnerstaffel als Siegprämie bekam. Nun läuft man jetzt nicht für sich, sondern für die Staffelkollegen. Ich kann Euch sagen, es waren die schnellsten 2000m meines Lebens. Bin noch nie so lange am Anschlag gelaufen. War trotzdem toll und hat viel Spaß gemacht. Hat aber trotzdem nichts genützt. Meine Staffel wurde nur 11. Das Preisgeld hat die Siegerstaffel als Busgeld gesponsert, damit der Buspreis von 10€ für die Freitagstour gehalten werden konnte.

Dienstag wieder Trabtag!!! Mittwoch nach Morgenlauf 15 km gegen die Uhr auf der Tempostrecke. Nun merkte ich doch das viele Training, weil ich nach 10 km schon platt war und massig abbaute. Aber wir waren ja nicht zum Vergnügen hier.

Donnerstag nun wieder Regenerativ und Extensivlauf. Wobei ich abends nur verkürzt lief, weil ich am Freitag die 35 km ins Taurusgebirge schaffen wollte.

Freitag 10.15 Uhr Treff am Bus der pünktlich um halb 11 nach Tasagil losfuhr. Ich hatte mich entschlossen, um sicher durchzukommen mit der Gruppe 6 loszulaufen. Nach 5 km sprengte sich die Gruppe. Zwei liefen vorneweg und ich mit zwei Frauen nach. Der Rest der Gruppe 6 blieb nach uns zusammen. Nach 15 km überholte uns die erste nach uns gestartete Gruppe. Da ich mich entschlossen hatte, auf jeden Fall die 35 km auch nach den beschwerlichen zwei Wochen vorher durchzuhalten bin ich als alter Kater bei den zwei Laufkätzchen geblieben und mit Ihnen bis zum Ziel im Schongang durchgelaufen. So konnte ich Landschaft und Leute genießen. Monika half wieder am Bus bei der Getränkeausgabe für die Läufer und Läuferinnen. Es war an diesem Tag im Gegensatz zum letzten Donnerstag gut heiß und jeder Schluck willkommen.

Resümee:
Zwei anstrengende aber tolle Wochen. Die Läufer beim Peter Greif sind ähnlich drauf, wie wir Sonntagsläufer. Sportlicher Ehrgeiz gewappnet mit einem Schuss Menschlichkeit, Toleranz und trotzdem eine lustige Truppe, die immer zu Späßen bereit war. Bei den Mahlzeiten haben wir immer wechselnd an 8er Tischen zusammen gesessen. Abends in der Bar immer noch einen gemeinsamen Dämmerschoppen für die nötige Bettschwere. Das Haus war sehr gut, die Betreuung durch Peter Greif und sein Team exzellent und die ganze Veranstaltung ist sehr empfehlenswert. Sowohl für Läufer, wie auch für begleitende Urlauber.

Der "Lauf-Guru" Peter Greif rief zum Lauf-Urlaub und diesem Ruf folgten Erika, Monika, Sabine und 87 weitere Läuferinnen und Läufer aus dem ganzen Bundesland.

Am 13. März 2005, pünktlich um 19.15 Uhr hob der Flieger in Frankfurt Richtung Antalya ab. Mit Zeitverschiebung erreichten wir endlich gegen 1:30 Uhr nachts unser Hotel. Kein Grund, nicht zum 1. Morgentraining um 7:30 Uhr anzutreten. Oh, welche Überraschung - ca. 70 weitere Läufer hatten sich ebenfalls eingefunden.

Los ging's mit dynamischen Stabis, Kraft-, Dehnungs- und Koordinationsübungen und einem 7-10 km langen regenerativen Dauerlauf, das alles auf nüchternen Magen. Das erste Frühstück war damit auch wohlverdient. Unser Hotel "Pine Beach Club", das zwar noch etwas im Aufbau war, entschädigte uns mit All inclusive - Frühstück, Mittagessen, Abendessen und Mitternachtsbuffet -. Der Wetterfrosch schenkte uns dazu noch 2 Wochen über 25 º C und einen strahlend blauen Himmel. Was wollen wir mehr!!!???

In der lockeren Vorstellungsrunde erfuhren wir, dass wir das "große Glück" hatten, fast ausschließlich mit "Cracks" trainieren zu dürfen. Über 50% der anwesenden Läufer liefen die 10 km in 31-40 Minuten, den Marathon weit unter 3:00 Stunden oder kratzten zumindest an der 3:00-Stundengrenze. Aber wie Peter Greif trocken feststellte, die mittelmäßigen Läufer sind gerade die Richtigen, denen er noch etwas beibringen könne und wir wollen ja besser werden, also keine Hemmungen.

Der Trainingsplan sah ein tägliches lockeres Morgentraining (7:30) von 5-10 km vor und abends (16:30) jeweils eine Tempoeinheit zwischen 10 und 15 km mit ein- und auslaufen, sowie 2 extensive Dauerläufe von 35 km mit Endbeschleunigung. Ruhetage waren hier ein Fremdwort. Tolle Aussichten. Zu diesem Zeitpunkt dachten wir bereits an unsere schmerzenden Knochen und Muskeln. Auf WAS hatten wir uns da eingelassen?

Montagabend wurden gleich mal die "Fronten" geklärt: 3 x 4000 m mit 2000 m Trabpause - so schnell wie möglich. Puh, was ne' Anstrengung. Mit Wehmut dachten wir an unseren Lauftreff und immer schön langsam dahinjoggen.

Schnell ergab sich das Motto dieses Trainingslagers:

"Laufen - Buffet - Liegestuhl - Buffet - Laufen - Buffet - Schlafen."

Aber auch das Miteinander kam dabei nicht zu kurz, es gab immer etwas zu kommunizieren und beim Laufen wurden rege Erfahrungen ausgetauscht und Tipps gegeben, denn wir hatten alle das gleiche Ziel: trainieren und schneller werden.

Bei Monika hatte sich dies am 2. Tag bereits erledigt - sie fiel im Pinienwald über eine Wurzel und renkte sich die linke Schulter aus. Ein 3-stündiger, abenteuerlicher Gang ins "Medical Center Belek" begann, der mit einer wieder eingerenkten Schulter und einer saftigen Rechnung endete. Gott-sei-Dank war nichts gebrochen und an den letzten drei Trainingseinheiten konnte sie bereits wieder teilnehmen. Immerhin den letzten gemeinsamen langen Lauf von 35 km mit fast 800 Höhenmetern hat sie noch bewältigt, davor haben wir den Hut gezogen.

Erika war von uns dreien die Fleißigste - fast keine Trainingseinheit hat sie ausgelassen - und sich dementsprechend verbessert. Wir sind uns sicher, sie wird ihren ersten Marathon am 24.04.05 in Hamburg unter 4:00 Stunden laufen.

Aber nicht nur Laufen, auch Vorträge und andere Veranstaltungen standen auf dem Programm, z. B. die Fettmessung mit der Fettzange, die zum Ergebnis führte, dass wir alle noch einige Kilo abnehmen "dürfen", sowie Ernährungs- und Gesundheitstipps und ein lebendiger Vortrag von Peter Greif, über das "richtige Marathontraining".

Wir waren aber auch im Urlaub und damit kommt der angenehme Teil der Reise: Suchte man uns, musste man nur nach der größten Runde im Speisesaal oder am Pool Ausschau halten. Wir hatten beim Essen immer einen Tisch in der Sonne und viele nette Leute um uns herum. Gerne wurde auch mal ein Bier oder Wein getrunken, den leckeren Süßspeisen am Buffet konnten wir selten widerstehen (von wegen abnehmen!!) oder es wurde auch mal später, immerhin war die Disco im Hause. Dort konnten wir bei Techno-Musik unsere Muskulatur prima lockern.

Wir Mädels von der TuS-Hornau haben uns prima verstanden, viel trainiert, viel gelacht und Spaß gehabt. Wir wurden - für unsere Verhältnisse - zu "Kilometerfressern", haben trotzdem unsere gute Stimmung und Laune nie verloren. Nach 2 Wochen kamen wir müde, abgekämpft, aber auch ein wenig stolz und glücklich wieder zurück nach Hause.

Berlin, Hamburg - wir kommen!

All das kann uns nicht davon abhalten über eine Wiederholung des Trainings-(Schleif)-Greif-Lagers nachzudenken.

Sabine Renk und Monika Hilkert-Hübner im April 2005