Der richtige Schuh ist das A & O im Laufsport. Egal ob Sie ein bis zwei Mal die Woche wenige Kilometer joggen oder drei bis sieben Mal in der Woche für einen Halb- oder Marathon trainieren, der Laufschuh muss perfekt zu Ihnen passen. Da es gerade online schwierig ist, die richtigen Running-Schuhe für sich zu finden, möchten wir einige wichtige Kriterien und Tipps zusammenfassen. Sie können uns auch gerne bezüglich einer Beratung telefonisch oder per Mail erreichen (05381-788930 oder seilnacht@greif.de).

Dämpfungskomfort und Gewicht von Laufschuhen
Sprengung bei Trainingsschuhen
Pronation / Supination des Sprunggelenks
Persönlicher Laufstil
Geschlecht
Schuhgröße
Laufuntergrund
Natural-Running

Dämpfungskomfort und Gewicht von Laufschuhen

Je geringer der Trainingszustand oder je höher das Gewicht eines Menschen ist, desto mehr Dämpfung wird benötigt. Sofern der Laufsport als Ausgleich zum Alltag gewählt wurde und die Gelenke eine sportliche Belastung nicht gewohnt sind, sollte darauf geachtet werden, dass das Training nicht mit Wettkampf- oder Leichtgewichtsschuhen beginnt.

Dient das Laufen als Ausgleich für eine andere (Ausdauer-)Sportart, kann auch auf mit einem leichtgewichtigen Schuh gejoggt werden.

Bei einem Trainingspensum um 5 Einheiten die Woche, empfiehlt sich häufig ein Leichtgewichts- oder Natural-Running Laufschuh.

Sollte man eine besonders starke und langlebige Dämpfung benötigen, empfehlen wir Ihnen Ihren Laufschuh mit Einlagen zu optimieren.

Sie finden in unserem Onlineshop Gewichtsklassen-Empfehlungen, die Ihnen nach Beurteilung Ihres Trainingszustandes weiterhelfen können.

Sprengung bei Trainingsschuhen

Die Sprengung ist ein sehr wichtiges Kriterium bei der Schuh-Wahl, vielen allerdings häufig völlig unbekannt.

Die Sprengung eines Schuhs ist der Höhenunterschied des Auflagepunkts der Ferse und des Vorfußes. Ist die Sohle eines Schuhs im hinteren Bereich 24 mm und im vorderen 14 mm dick, beträgt die Sprengung 10 mm.

Die Sprengung bei Laufschuhen liegt zwischen 0 und 12 mm. Je kleiner diese ist, desto höher ist die Belastung der Wadenmuskulatur und der Achillessehne.

Laufanfänger sollten darauf achten, ihre Sprengung nicht zu gering zu wählen, da wir es aus unserem Alltag nicht gewohnt sind, sehr flach zum Boden zu stehen. Auch gut trainierte Läufer können, wenn Sie von heute auf morgen Ihre Sprengung von 12 auf 2 mm senken, starke Probleme in der Wade und Achillessehne bekommen.

Pronation / Supination des Sprunggelenks

Bei der Schuhwahl ist es wichtig zu wissen, ob Sie ein normales Abrollverhalten haben oder eine gewisse Unterstützung des Sprunggelenks benötigen.

Beim normalen Abrollverhalten kann im Sprunggelenk eine minimale Neigung nach innen beobachtet werden. Ist diese Neigung besonders stark ausgeprägt, spricht man von einer Überpronation. Neigt sich das Sprunggelenk nach außen, handelt es sich um eine Supination.

Beide Erscheinungen können Sie mit speziellen Laufschuhen oder Einlagen reduzieren und damit die Verletzungsgefahr und Fehlbelastung verringern.

Bei einer starken Überpronation kann ein Schuh mit einer Pronationsstütze (eine Verstärkung im Mittelfußbereich) getragen werden. Indikatoren der Überpronation kann Übergewicht, Senk- oder Knickfuß sowie eine X-Bein-Stellung sein. Bei einer Supination empfiehlt sich ein besonders stark gedämpfter Schuh, da die körpereigene Dämpfung durch die fehlende Pronation stark reduziert ist. Indikatoren für eine Supination können bekannte Fehlstellungen wie der Hohlfuß oder eine O-Bein-Stellung sein.

Bei geringen Abweichungen empfiehlt sich eine unterstützende Einlage, die die Bewegung nicht korrigiert aber zumindest abfängt und Ihnen auch Unterstützung bei Fußdeformitäten wie zum Hohlfuß-Stellung bieten kann. Bei diesen Fußdeformitäten empfehlen wir auch einen Besuch beim Physiotherapeuten, welcher mit Fußgymnastik viel bewirken kann.

Grundsätzlich sollten Sie aber darauf achten, so wenig wie möglich durch künstliche Stützen den Bewegungsablauf zu ändern und nicht eine massive Schuh-Stütze bei einer minimalen Überpronation anwenden.

Persönlicher Laufstil

Grundsätzlich kann sich der Laufstil in zwei Arten unterscheiden.

1. Die Abrollbewegung findet über die komplette Fußfläche von hinten nach vorne statt.

2. Die Abrollbewegung findet lediglich zwischen dem Mittel- und Vorfuß statt.

Gerade Laufanfänger oder Läufer mit einem niedrigen Trainingspensum laufen über die komplette Fußfläche. Der Aufsetzpunkt liegt somit in der Ferse und sorgt für eine starke Belastung des Bewegungsapparats. Es empfiehlt sich, einen Schuh mit einer hohen Fersendämpfung zu laufen, um Verletzungen und Belastungsproblemen vorzubeugen.

Durchtrainierte Läufer die vor allem viel Wert auf Geschwindigkeit legen, sollten sich einen Schuh kaufen der über viel Flexibilität im Mittelfuß verfügt, keine hohe Sprengung hat und somit ein Abrollen über den Mittel-Vorfuß ermöglicht.

Geschlecht

Der größte Unterschied zwischen Laufschuhen für Frauen und Männer liegt in der Weite. Frauenfüße sind tendenziell schmaler als die der Männer, was bei allen Herstellern berücksichtigt wird.

Daher sollten Sie sich nur in Ausnahmefällen für Schuhe, die für das andere Geschlecht entwickelt wurden, entscheiden.

Schuhgröße

Bei der Schuhgröße können wir lediglich eine Empfehlung geben, welche sich in den letzten Jahren bewährt hat, allerdings auch stark von Ihrem persönlichen Empfinden abhängt.

Es hat sich herausgestellt, dass Laufschuhe am besten passen, wenn sie eine Schuhnummer größer über der normalen Größe bestellt werden. Beim Anprobieren sollten Sie drauf achten, dass Sie einen Daumen breit zum Schuhende hin Platz haben. Der Platz wird im Stand, auf keinen Fall im Sitzen, gemessen und Sie sollten dabei die Füße parallel nebeneinander aufstellen. Vermeiden Sie auf jeden Fall die Schrittstellung. Eine weitere Hilfe bei der Laufschuh-Kauf Entscheidung bietet unsere Schuhgrößen-Tabelle oder unserem Schuhgrößenrechner (den Link finden Sie im Onlineshop bei jedem Schuh in der Detailansicht).

Laufuntergrund

Der Untergrund, den man am häufigsten beläuft, nimmt ebenfalls einen wichtigen Stellenwert bei der Schuhwahl ein.

Oft vermuten Trainingseinsteiger, dass sie, sobald sie Feldwege als Trainingsstrecke nutzen, Trailschuhe tragen sollten. Doch dieser Gedanke ist vollkommen falsch.

Viele Trail Laufschuhe sind ausschließlich für Geländeläufe konzipiert, sprich querfeldein. Ein zwei Kilometer langer Lauf von der Haustür bis zum Feldweg darf somit mit den meisten Trailrunning-Schuhen nicht gelaufen werden. Auch dann nicht, wenn die restlichen zehn Kilometer in der Natur gelaufen werden. Feldwege und auch Waldwege sind durch die Land- und Forstwirtschaft so viel befahren, dass sie als harte Untergründe betrachtet werden müssen und nicht als Trailwege.

Ausnahmen bei den Schuhen machen All-Terrain-Schuhe. Diese können sowohl im Wald, auf der Straße oder auch querfeldein getragen werden.

Natural-Running

Natural-Running ist ein ganz eigenständiger Begriff in der Laufszene, der in den letzten Jahren viel behandelt, aber häufig auf die leichte Schulter genommen wurde.

Merkmale der Natural-Running Laufschuhe:

  • die Sprengung liegt zwischen 0 und 3 mm
  • diese Schuhe sind extrem flexibel
  • es gibt kaum Dämpfung, weder in der Ferse noch im Mittel-/Vorfuß

Aufgrund dieser Merkmale weisen wir deutlich darauf hin, dass diese Schuhe nur im Mittel-Vorfuß-Laufstil gelaufen werden sollten.

Dieser Stil ist wissenschaftlich der gesündeste Laufstil den man anwenden kann. Aber Vorsicht, die Umstellung Ihres Bewegungsablaufs sollten Sie überaus langsam und behutsam angehen.

Es empfiehlt sich über Wochen, die Distanzen, die mit einem Natural-Running-Schuh gelaufen werden, nach und nach minimal zu erhöhen. Nach erfolgreicher Umstellung können Sie ergonomischer und schneller laufen.

Werden aber die Distanzen in den Natural-Schuhen zu schnell oder zu stark erhöht, können starke Überlastungsprobleme in der Muskulatur und den Gelenken entstehen.